« Eine Ehe mit Ausdauer | Home | Bolle di Magadino »
30. Greifenseelauf 2009
Von Chris | 20. September 2009
Ein Knall. Unser Startblock setzt sich in Bewegung. Das erste Mal habe ich mich weit vorne in meinem Block eingereiht, um auf den schmalen Feldwegen nicht zu viel überholen zu müssen. Schliesslich ist es die Läufergruppe, welche eine Zeit um 1:45 laufen möchte. Einen 5-er-Schnitt also.
Wie immer: Rhythmus finden, auf die vielen Beine achten. Sich vor Querschlägern in Acht nehmen, welche ohne Vorwarnung urplötzlich die Strassenseite von links nach rechts oder von rechts nach links wechseln. 
Der Block ist viel zu schnell unterwegs. Erste Km-Marke 4:33. Das würde für eine Endzeit von 1:36 reichen und wäre falscher Startblock. Ich verringere langsam mein Tempo. Fühle mich gut. Km-2: immer noch viel zu schnell. Das wird sich im zweiten Teil ab km 16 rächen!
km-3: Muss nochmals ganz bewusst etwas Tempo rausnehmen. Inzwischen hat mich ein Teil des 1:45er-Blocks überholt. Wenn es mir mit dem 5er-Schnitt heute gut geht, werde ich viele von denen im 2. Teil wieder einholen.
Dann habe ich endlich mein angestrebtes Tempo gefunden und lasse mich mittreiben. Die Luft ist warm, an manchen Stellen um den Greifensee abgestanden heiss, dann wieder angenehm kühl mit einem Lüftchen. Zwischendurch schieben sich Wolkenpakete vor die Sonne und lassen uns etwas abkühlen, so weit das bei dieser Körperarbeit überhaupt geht.
Die Kilometertafeln tauchen immer unvermittelt auf. Für mich ein gutes Zeichen, dass das Tempo dem Formzustand entspricht. Die 10er-Marke durchlaufe ich in 49:50. Auf dem nächsten Kilometer verliere ich etwas Zeit. Ein erstes Mal kommt der Gedanke, den 5er-Schnitt nicht bis ins Ziel retten zu können. Die schnellen drei ersten Kilometer werden sich etwas rächen.
Ab dem 12. geht es dann wie am Schnürchen. Tempo stimmt, Gefühl stimmt. Immer häufiger ziehe ich jetzt an Läufern vorbei, welche nach dem Start “getürmt” sind. Nach Kilometer 18 durchflutet mich ein leichtes Runners-High, dann kommt die lange gerade Strecke vor der Steigung in Uster.
Der Puls klopft. Die Beine sind langsam müde. Mentales Zuckerwürfelsuchen treibt mich weiter. Die Leistungsgrenze ist erreicht, der 5er-Schnitt nun auch nicht mehr möglich. Eine kleine Zeitreserve bleibt noch.
Im Ziel-U ziehe ich dann das Tempo für den letzten Kilometer noch etwas an. Es ist wieder flach. Mit 1:46:04 durchlaufe ich das Ziel. Das ist ein Kilometerschnitt von 5:01 ![]()
Mit nur 230 Laufkilometern in den letzten 8 Wochen für mich ein gutes Ergebnis und nach den 1:39 vom letzten Jahr mein zweitbestes Resultat auf dieser Strecke.
Topics: Lauftraining, Wettkämpfe | 14 Kommentare »
Ähnliche Artikel auf Laufblog.ch
- » Winterthur Halbmarathon 2012
- » Heisser Wüstenlauf in der Ostschweiz
- » Zwei lockere Stundenläufe
- » Zwei Wochen bis zum Winterthur Halbmarathon
- » Schnell gelaufener Longjog
- » Regen, Regen, Regen - und der innere Schweinehund
- » Abkürzung verfehlt
- » Zwei lockere Stundenläufe

20. September 2009 at 06:21
hallo
ich gratuliere dir zu deiner zeit. auf diesem wege möchte ich dir ebenfalls für deinen tolle seite gratulieren. ich hole mir sehr viele tipps und berechnungen von deiner seit.
sportlicher gruss
20. September 2009 at 08:23
Ich wundere mich auch immer wieder, wie manche Läufer auf der ersten Hälfte eines Halbmarathons viel zu schnell unterwegs sind – und frage mich dann, ob sie ernsthaft glauben, dieses Tempo durchziehen zu können. Letztendlich holt man sie dann aber alle wieder ein – und irgendwie ist es ja auch aufbauend, wenn man noch vorbeiziehen kann.
Für Dich lief’s wirklich gut, oder? Ein Runnershigh bei Kilometer 18, das klingt prima. Und nachdem die Strecke ja auch nicht ganz flach war, passt Deine Zeit doch wirklich punktgenau!
Glückwunsch, gute Erholung &
Schöne Grüße
Lars
20. September 2009 at 09:03
Der zu schnelle Start – man kann wohl ewig über ihn schreiben, ändern wird sich irgendwie nichts. In diesem Sinne Glückwunsch, dass du trotz des schnellen Starts die Zeit fast noch retten konntest. Nach den Rückschlägen bist du wieder voll dabei!
20. September 2009 at 10:40
@alle: Thanks!
@aaron: Danke für das Feedback. Lauftipps.ch wird aktuell von der Firma A Vista Studios überarbeitet und wir gegen Ende Jahr mit neuem Layout, neuem Konzept und besserer Übersichtlichkeit auftrumpfen…
20. September 2009 at 23:18
Das hat ja richtig gut geklappt, dein Trainingsplan scheint tatsächlich richtig gut “zusammengeschustert” gewesen zu sein!
Herzlichen Glückwunsch!
21. September 2009 at 14:31
Immer diese schnellen Starts. Da denkt man noch: ‘Ich bin ja fit und kann so schnell laufen’ aber danach geht’s abwärts.
Gratulation zur SuperZeit, auch wenn’s mit den 1:45 nicht ganz geklappt hat …
21. September 2009 at 16:37
Herzlichen Glückwunsch.
Das hast Du prima gemacht. Vor allem das Du dich, nach dem schnellen Beginn, wieder zurückgenommen hast! Perfekt!
22. September 2009 at 13:29
Mir ging es ganz ähnlich wie dir. Habe mir auch einen 5er Schnitt vorgenommen. Den habe ich mit 1:47 aber knapp verpasst. Trotzdem war ich sehr zufrieden weil ich meine Strategie umsetzen konnte und mich in der ersten Hälfte nicht von schnelleren Läfern mitreissen liess. Und eben, vielw hat man ja in der zweiten Streckenhälfte wieder angetroffen.
Aber eigentlich wollte ich dir endlich einmal zu deiner super Seite gratulieren. Sie ist äussserst übersichtlich und alles ist sehr verständlich dokumentiert. Weiter so;o)
23. September 2009 at 08:53
Da möchte ich mich gerne den Gratulationen anschliessen. Ist ja besonders erfreulich, nach kurzer Vorbereitungszeit seine Zielzeit fast genau zu treffen!
23. September 2009 at 16:08
Herzliche Gratulation!
Durch die flache Strecke lief ich ebenfalls eine gute Zeit in 1h 30min 58sek. Ich war vielleicht einer von diesen Schnellstartern… durch das Duell zwischen St. Gallen und Graubünden welche vor dem 2. Startblock starteten wurde ich (leider oder vielleicht zum Glück) automatisch ein bisschen gebremst…
An dieser Stelle auch noch ein herzliches Dankeschön an die super Organisation des Laufes an alle die geholfen haben!
23. September 2009 at 23:10
@alle anderen: Danke für eure Glückwünsche. Das Schöne ist, dass ich den Lauf auch heute Mittwoch immer noch geniesse, obwohl er ja schon Geschichte ist…
28. September 2009 at 07:50
Da kann ich ja nur sagen: Alles richtig gemacht, prma Renneinteilung und mit dem Kopf gelaufen, hat sich wunderbar ausgezahlt, Glückwunsch!
LG
Steffen
1. Oktober 2009 at 21:56
Uuups – den Bericht hatte ich wohl irgendwie verpasst.
Nachträglich noch meinen Glückwunsch!
4. Oktober 2009 at 20:06
Hei Chris,
Auch von mir nachträglich noch herzliche Glückwünsche. Den Lauf hast du dir toll eingeteilt.
Viele Grüsse, Hugo