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    adidas adizero f50 runner – Testbericht

    Von Chris | 16. Februar 2011

    Mein Testbericht über den leichten adidas adizero F50 Runner Laufschuh – einer Neukonzeption von Adidas.

    Es ist ja jedes Mal spannend, einen neuen Laufschuh das erste Mal auf die Runde mitzunehmen. So ging es mir auch heute mit dem adidas adizero F50 Runner. Eine lockere Trainingseinheit stand auf dem Programm und ich liess den Pulsmesser wohlweislich zuhause – wer fährt schon mit einem Ferrari im Schritttempo umher? Und der adidas adizero F50 Runner hat wohl nicht nur das “F50″ von Ferrari… :biggrins:

    Extrem leicht liegt der Schuh in der Hand: Mit 244 g das leichteste Ding in meinem Laufschuhrepertoire. Der Asics DS Trainier ist aber mit 276 g gar nicht weit davon weg, der Brooks Ravenna doch etwas mehr. Ob man den Gewichtsunterschied beim Laufen wirklich so merkt?

    Beim Reinschlüpfen hat man schon das Gefühl, Hausschuhe anzuziehen. Die Schnürung, mit flachen Schnürsenkeln auf das Minimum reduziert, geht schwergängig. Hier bin ich von den runden Schnürsenkeln verwöhnt, die sich leichtgängig an die Fussform anpassen lassen. Bei den leuchtend grünen, flachen Dingern muss jede Lochreihe etwas umständlich nachgezogen werden. Dafür sorgen sie auf dem sonst grösstenteils schwarzen Laufschuh für einen maximalen Hingucker-Kontrast. ;-)

    Dann raus auf die umfangreiche Teststrecke, eine abwechslungsreiche Runde mit Asphaltstrassen, Naturwegen, Kiesstrassen, steile Anstiege und steile Abwärtspassagen auf Asphalt. Ein jeder Laufschuh muss sich bei mir an diese Laufuntergründe gewöhnen. Da gibts nichts anderes.

    Der erste Eindruck beim Laufen ist genial: Die Laufschuhe schmiegen sich trotz der maximalen Reduktion der Materialien perfekt an meinen Fuss. Es gibt keine Druckstellen und der Fuss wird perfekt im Schuh gehalten. Die Dämpfung im Fersenbereich ist meiner Meinung nach sehr weich. Dies könnte auf leichte Fussfehlstellungen (Überpronation) doch Auswirkungen haben. Doch davon später mehr. Gut, habe ich den Pulsmesser zuhause gelassen – die adizero F50 Runner verführen schon früh zu mehr Tempo.

    Schon bald biege ich auf einen abschüssigen Naturweg mit Kies ab. Das Profil gibt auch auf diesem Laufuntergrund guten Halt. Doch der adizero wird eher ein Asphaltlaufschuh sein. Dort kann er sein Tempo auch besser ausleben.

    Auf einem Asphaltweg nimmt es mich wunder, wie die Pronation aussieht. Mit dem Handy filme ich den Fussaufsatz. Das zeigt deutlich, dass sich die versprochene Stabilität beim Mittelfuss-Aufsatz in Grenzen hält und für Überpronierer wohl nicht geeignet sind.

    Es geht sehr steil einen Asphaltweg hinunter. Das Profil der Laufschuhe und die Gummimischung der Sohle geben auch auf dem nassen, etwas verschmutzen Weg perfekten Halt. Nach einer Passage über Naturstrassen geht es wieder steil auf Asphalt bergauf. Der Vorfusslaufstil kommt zum Tragen und hier spielen die adizero F50 Runner die besten Trümpfe aus: Es ist beinahe wie barfuss Laufen mit einer dünnen Schutzschicht unter den Fusssohlen.

    Auf den Naturwegen mit verschieden grossen und auch spitzigen Steinen (dafür ist er wohl nicht gemacht) läuft sich der adizero sehr angenehm. Die einzelnen Steine sind trotz des flexiblen Vorfussbereiches kaum spürbar. Beim Asics DS Trainer drücken einzelne Steine mehr auf die Fusssohle und werden deutlich wahrgenommen.

    Kaum auf ebener Asphaltstrasse muss ich mit den Ferraris auch mal ganz legal “auf die Tube” drücken und streue ein paar Steigerungsläufe ein. Dafür sind die adizero F50 Runner perfekt gemacht. Ein so tolles Laufgefühl bei hohem Tempo hatte ich das letzte Mal vor 10 Jahren mit den Puma Cellerator inhale. Auch vom Traggefühl kommen die adizero sehr nahe an die legendären Pumas – auch wenn das schon eine Weile her ist.

    Fazit:
    Ich bin von den Laufschuhen positiv überrascht. Trotz der grossen Gewichts- und damit auch Materialersparnis ist der Schuh sehr bequem zu tragen. Die auf wenig Material reduzierte Fersenbox (wie man es von den Laufschuhen von 1984 her kennt) ist überraschend angenehm und schliesst die Ferse kompakt ein, ohne jedoch zu drücken. Der Kontakt zum Laufuntergrund ist sehr gut, im Vorfuss ist der Schuh angenehm gedämpft, ohne Direktheit zum Boden zu verlieren. Für meine Empfindung ist der Fersenbereich zu stark gedämpft und damit auch für leichte Überpronierer etwas instabil. Wie das mit Fersenlauf wäre, habe ich noch nicht ausprobiert.
    Die Schnürung ist im Gegensatz zu anderen Laufschuhen etwas mühsam. Ich musste unterwegs beim Nachschnüren recht “knobeln”. Wenn es aber einmal stimmt, wird es wohl etwas einfacher.

    Für lange Laufeinheiten ist der leichte, flexible Laufschuh für mich weniger geeignet, für Intervalltrainings, Läufe im Marathontempo oder kürzere Einheiten aber eine tolle, willkommene Abwechslung, wie es auch der Puma Cellerator inhale vor Jahren war. Der Adizero F50 Runner erfüllt durchaus Kriterien, mal eine “Legende” zu werden.

    Als Fan von Asics und Brooks ist der Adidas-Laufschuh für mich eine Entdeckung.

    Herstellerinfos zum Adidas adizero F50 Runner

    Topics: Ausrüstung, Laufschuhe | 5 Kommentare »

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    5 Kommentare zu “adidas adizero f50 runner – Testbericht”

    1. Hugo meint:
      17. Februar 2011 at 10:51

      Hei Chris,

      Du hast den adizero sehr treffend beschrieben. Der sanfte Fersenteil ist für mich herrvorragend, habe ich ja öfters Probleme damit. Trotz seiner Leichtigkeit ist die Dämpfung sehr gut, für mich schon fast unblaublich, denn man kann in sogar problemlos auf langen Strecken benutzen. Bei meinem 21 Kilometer Lauf konnte ich keine Nachteile feststellen :good:

      Gruss, Hugo

    2. Hansi meint:
      17. Februar 2011 at 15:24

      Danke für Deinen Bericht.

      Werde ihn mir auch mal genauer anschauen…

      Ist er Deiner Meinung für einen HM-Wettkampf geeignet?

      Gruss: Hansi :bye:

    3. Chris meint:
      17. Februar 2011 at 15:52

      @Hansi: Wenn du keine Fussfehlstellung hast, könnte ich mir das gut vorstellen. Wer in der zweiten Hälfte des HMT für die müde Fussmuskulatur etwas Stütze braucht, wird z.B. mit dem Asics DS Trainer oder dem Somnio Pacemaker besser fahren – denke ich. Beflügeln würde er dich auf jeden Fall… ;-)

    4. Gerd meint:
      21. Februar 2011 at 09:10

      Danke für deinen ausführlichen Bericht. Ich hatte meinen letzten adidas vor gut drei Jahren im Schrank. Aber der adizero hört sich ja sehr gut an. Zumal ich als Neutralschuläufer “fast” alles Laufen kann! :good:

    5. Michael meint:
      29. Juli 2011 at 15:12

      Das klingt wirklich interessant. Ich werde mir den Laufschu auch mal genauer anschauen. Wichtig ist mir vor allem, dass er auch auf nassen Asphalt und ein wenig im Gelände mit seinem Profil ausreichend Halt gibt.

    Kommentare

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