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Der Teufel liegt im Detail
Von Chris | 4. Februar 2009
Manchmal entscheidet etwas ganz Kleines über Erfolg oder Nichterfolg. Einmal sind das zu viele Ballaststoffe vor dem Wettkampf. Oder zwischen dem Nachtessen und dem Training lagen zu wenige Minuten – und der Lauf beschert einem Bauchschmerzen zum Aufjaulen.
Vielleicht ist das Laufshirt nur ein bisschen zu gross für den unmuskulären Oberkörper und scheuert deshalb beim Langen Lauf die Brustwarzen wund.
Die Laufschuhe sind einen Tick zu fest geschnürt und drücken auf deinen Fussrist, dass du losheulen könntest – oder sie sind einen Tick zu locker geschnürt und du spürst, dass sich deine Fusshaut zu einer Blase entschieden hat.
Du kämpfst dich 21 Kilometer ab, ringst Meter um Meter – nur um dann die Traumzeit um eine halbe Sekunde zu verpassen: 1:30:00,5. Was ist eine halbe Sekunde schon? Aber ob vorne eine 29 oder eine 30 steht, das macht doch wirklich einen grossen Unterschied. Der Teufel liegt im Detail. In der halben Sekunde.
Da sitze ich nun gemütlich am Tisch, lese das Runne’s vom Dezember 2008. Thema: Training im Winter. Plötzlich stolpern meine Augen und lesen die gleiche Zeile nochmals. Dort steht auf Seite 52 (Ausgabe 12/2008) Zitat Anfang:
…wenn es für normalgewichtige, ambitionierte Läufer einen Rat gibt, dann folgenden: Essen Sie bewusst zwei Prozent mehr (wenn Sie es nicht schon von selbst tun)…
Zitat Ende.
Ich schaue auf – 2 Prozent mehr essen? Klar, der Energieumsatz im Winter ist wegen der Kälte etwas höher. Dass ich da etwas mehr essen muss, leuchtet mir auch ein, aber: Zwei Prozent mehr essen? Wieviel ist das? Der Teufel steckt im Detail!
Ich gehe in die Küche. Wenn sich mir eine Frage stellt, muss ich die irgendwie beantworten. Ich kann sonst nicht schlafen. Das Web hilft mir bei dieser Frage kaum. Die Küchenwaage schon.
Erkenntnis: Ich muss also von der Spaghetti-Sorte Barilla No. 5 ganze zwei Spaghettistangen mehr kochen. Zählt jemand von euch die Spaghettistangen, bevor ihr sie in das Salzwasser stellt? Sind dem Autoren die Kalorien durchgebrannt?
Der Autor stellt mich mit seinem Artikel vor ein grosses Problem: Wer misst für mich 2 % mehr Kohlenhydrate ab? Wieviele Reiskörner sind das total? Bei den Spaghetti ist es mir ja klar.
Ich lege mir in Gedanken einen Esszettel zurecht:
- Spaghetti: Pro Mahlzeit 2 Spaghettis mehr kochen
- Reis: Pro Mahlzeit 1.4 g mehr abmessen
- Brot: Zusätzlich zu den zwei Schnitten einen Bissen in Fingernagelgrösse
- Kartoffelstock: Einen Teelöffel mehr nehmen
- Bier: einen halben Schluck einer weiteren Flasche….
…da hört der Spass aber auf!
Ich will nicht bewusst 2 % mehr essen! Dann nehme ich halt bewusst 2 % ab. Das sind dann summa sumarum etwa ….. 1.34 kg?? 
Oh, das ist aber viel! Ich glaub, ich gehe jetzt Spaghettizählen. Machst du mit?
Topics: Ernährung, Lauftraining | 5 Kommentare »
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4. Februar 2009 at 21:05
Vielen Dank für den amüsanten Artikel. Der ist gut!
Und ich mache mit. Ein wenig die Sachen zählen, das bringt Spaß :D
5. Februar 2009 at 17:58
Dann geh Du mal zählen und ich geh Essen. ;-)
Schöner Bericht.
Gruß Gerd
5. Februar 2009 at 19:44
Ich lach mich schlapp ;-)
Entbehrt jeden realen Sinn für die Praxis.
Salut
6. Februar 2009 at 09:36
Da nimmt man ja bereits beim zählen ab, logisch dass man 2% mehr essen muss ;-)
6. Februar 2009 at 21:50
Hihi, ich habe die Runner´s auch im Abo und bin über den Artikel gestolpert. Ich zähle aber nix! jedenfalls keine 2% mehr Spaghetti. Wären es 20% okay, aber so? nöööö!!!