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    Es muss weh tun

    Von Chris | 4. Mai 2009

    Den Spruch kennen wir: Ein Training muss weh tun!

    Gemeint ist nicht, dass du so intensiv und so lange laufen sollst, bis dir alles weh tut. Mehr soll es dich soweit bringen, dass dein Körper in der nachfolgenden Erholungsphase sich an die neue Belastung anpasst und der Reiz somit eine Leistungssteigerung auslöst.

    In den ersten Jahren regelmässigen Trainings war ich zu vorsichtig. Das hatte dann auch die Folge, dass nach einer relativ schnellen Leistungssteigerung der Anfangsmontate ein längeres Leistungsplateau folgte. Trotz regelmässigem Lauftraining entwickelte sich meine Leistung nicht mehr viel weiter. Ich blieb sozusagen “stehen”.

    Greifenseelauf 2009Wenn du regelmässig ein Trainingstagebuch führst, kannst du solche “Fehler” mit der Zeit erkennen. Aber es braucht natürlich auch eine Menge persönlicher Erfahrungen, das richtig zu interpretieren.

    Damit ein Training im Körper einen Reiz auslösen kann, muss es an die Grenzen des eigenen Leistungsvermögens gehen: Es muss “weh tun”. Das können zwei zusätzliche Runden sein, wenn du dich schon müde fühlst. Je mehr du gegen die “innere Bremse” anläufst, desto eher wird ein neuer Reiz gesetzt, welcher deinem Körper das Signal gibt, in der wichtigen Erholungsphase danach “besser zu werden”. Der Körper baut dann Strukturen auf und aus, welche eine höhere Leistung als die bisher erbrachte. Das Prinzip der Superkompensation.

    Wir kennen das aus der Tagespresse: Die weltbesten Läufer bewegen sich kontinuierlich an der Grenze des Machbaren. Wenig mehr ist zuviel, etwas weniger kostet einen Platz unter den ersten 10. Ein Seiltanz auf einem hohen Seil.

    Am Wochenende lief ich nach einer langen Pause wieder meinen ersten langen Lauf. Danach war ich recht erschöpft. Es tat mir nichts weh, aber ich wusste, dass meine Muskeln, mein Kreislauf, mein Stoffwechselsystem einen tüchtigen Reiz erhalten hat. Danach ist Ruhe und genügend Schlaf wichtig.

    Auch Läufe mit Intervallen auf hohem Tempo-Niveau sind wichtig, aber eben sehr hart. Das Tempo der Intervalle ist nur leistungssteigernd, wenn du auch an deine Grenzen gehst. Die musst du kennen. Das wird im ersten Laufjahr kaum gehen. Die Erfahrung fehlt dann.

    Deshalb kann für alle Läufer, welche schon zwei Jahre drei oder mehr Einheiten pro Woche absolvieren und ihre Leistung sicher steigern wollen, nur das Vicsystem von Patric Lüthi empfohlen werden. Die Trainingseinheiten sind regelmässig hart – aber werden aus dir die Leistung kitzeln, welche dein Körper bereit ist zu leisten.

    Ein Kerntraining muss eben “weh tun” – aber am “richtigen” Ort… :innocent1_tb:

    Praxisbericht Vicsystem (Lauftipps.ch)
    Superkompensation (Lauftipps.ch)

    Topics: Lauftraining, Meine Anfänge, Vicsystem | 5 Kommentare »

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    5 Kommentare zu “Es muss weh tun”

    1. Hannes meint:
      4. Mai 2009 at 16:12

      Ich kann dir nur zustimmen. Ohne hartes Training wird man nicht hart. Allerdings ist es auch durchaus gut, dass man zu Beginn des Laufens damit noch nicht so recht klar kommt und lieber vorsichtig ist. Zu groß ist die Gefahr, dass man sich überfordert, dass man das Training dann doch ZU hart wählt.

    2. Hugo meint:
      4. Mai 2009 at 20:22

      Ein guter Bericht dem ich voll zustimmen kann. Ich wünsche dir, dass du dich bald wieder so richtig Trainieren kannst und dein Finger wieder ganz in Ordnung kommt.

    3. Christian meint:
      5. Mai 2009 at 07:01

      He Chris, das Training sollte sich auch immer nach den Zielen richten, die man verfolgt. Ich bin froh, dass ich keine habe ;-) Mein “Training” ist deshalb meist spontan, aber Superkompensation kenn ich auch

      Salut

    4. Marco meint:
      5. Mai 2009 at 09:11

      Stimmt schon, nur auf entsprechende Reize kann der Körper reagieren. Aber zwischendurch sollte es auch mal etwas gemütlicher angehen. Schliesslich ist der Mensch keine Maschine ;-)

    5. Gerd meint:
      6. Mai 2009 at 16:58

      Man muss es aber auch wollen.
      Zum Glück habe ich andere Prämissen gesetzt und bin auch zufrieden wenn ich einfach nur gemütlich Laufen kann.

    Kommentare

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