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Fataler Laufsprung
Von Chris | 14. Juli 2008
Sonntag. Und schon wieder Regen. Nein, eher Bindfäden. Nach vier oder fünf schönen sonnigen Ferientagen war nun wieder einmal ein düsterer Sonntag an der Reihe.
Gegen fünf beschloss ich, eine Sauerstoffdusche zu nehmen. Noch ahnte ich nicht, dass der heutige Lauf unvergessen bleiben würde.
Der Regen hatte etwas nachgelassen. Ich nahm zur Sicherheit die Laufhandschuhe mit und ein Papiertuch, um zwischendurch die trotz Schirmmütze vom Wasser verspritzen Brillengläser zu reinigen. Trotz Regen waren viele Familien unterwegs. Die Kinder müssen auch einmal pro Tag raus. Sonst werden sie, beziehungsweise die Eltern, grantig. Es war sehr angenehm und lief gut. Kurz vor dem ersten Wiesenstück wurde der Regen stärker. Mir machte das nichts aus. Ich überlegte, ob ich barfuss durch die Wiese laufen sollte, liess es aber dabei bewenden und spürte, wie die Nässe im Zehenbereich durchdrang. Die Füsse blieben trotzdem warm. Das nächste Problem erwartete mich um die nächste Kurve: Ein kleines Bächlein, problemlos zu überspringen, hatte eine Breite erreicht, welche nicht übersprungen werden konnte. Das Risiko war einfach zu gross. Ich suchte eine schmalere Stelle und musste aber am steilen Bord mit den Händen Halt suchen.
Dann ging es weiter. Es machte Spass. Mir gefällt die pure Natur, auch bei Regen, und ich hoffte auf eine erneute Begegnung mit Wildtieren.
Das steile Bergabstäck nahm ich langsam und vorsichtig. Dann folgte der Naturfahrweg mit Kies. Der Regen hatte diesen an vielen Stellen total überschwemmt und es war gar nicht so einfach, nicht in eine Pfütze oder ein Bächlein zu stehen.
Dann passierte es: Eine Stelle vor einer Holzrinne, welche quer in der Strasse eingelassen war, empfing mich mit einer grossen Pfütze, welche die ganze Wegbreite überspannte. Ein regelrechtes kleines Bächlein verschwand im Spalt zwischen den Holzbohlen. Ich setzte zu einem Sprung darüber an und merkte im Flug, dass es nicht reichen würde. Um nicht einen Laufschuh voll Wasser herausziehen zu müssen, musste ich instinktiv falsch den rechten Fuss noch etwas weiter ausgestreckt haben, traf genau auf die rutschige Holzbohle und verlor brutal den Halt.
Der rechte Fuss rutschte nach vorne weg, ich verlor das Gleichgewicht und schlug zuerst mit dem Gesäss, dann mit dem Schulterbreich und zum Nachtisch mit dem Hinterkopf auf die nasse Kiesstrasse.
Der Schlag auf den Kopf war das, was ich momentan am meisten spürte. Ich stand sofort auf und griff mir an den Hinterkopf. Er surrte. Ich kauerte auf den Boden, rieb mir den Hinterkopf. Sonst tat nichts weh. Mit der linken Hand konnte ich mich noch ganz ein kleines bisschen abstützen, bevor der Oberkörper auf den Weg platschte. Über meine Stirn tropfte plötzlich mit Blut vermischtes Regenwasser. Ich musste mir also eine kleine Platzwunde am Hinterkopf geholt haben. Das Papiertuch aus der Tasche gezupft und an den Hinterkopf gedrückt. Es blutete nicht sehr stark, aber in den nassen Haaren sah es nach viel aus.
Ich ging vorsichtig die Strasse weiter. Noch etwa 2 Kilometer trennten mich von der Ferienwohnung. Nach einem Kilometer, das Tuch war schon ganz durchnässt, merkte ich, dass ich beim Fallen die Brille verloren haben musste. Nochmal einen Kilometer zurück. Die Brille lag auf der Seite. Genau dort, wo mich der Weg empfangen hatte. Zum Glück ganz.
Zuhause waren die Laufklamotten nicht nur vom Regenwasser, sondern auch vom Blut durchtränkt, was man dank der schwaren Farbe erst im Lavabo richtig bemerkte. Zum Glück hatte ich keine weisse Jacke an. Die Passanten im Dorf hätten mich gleich auf die Intensivstation eingeliefert.
Zuhause wurde die kleine Schramme begutachtet. Nicht tragisch. Das Gesäss sah dafür aus, als hätte ein ausgewachsener Braunbär dreimal mit der Pranke darübergehauen.
Im Endeffekt Glück im Unglück gehabt. Etwas Pech am heutigen 13., aber doch Glück, dass mein Gesäss den Fall vor meinem Kopf schon tüchtig abgefedert hatte…
Topics: Lauftraining, Laufverletzungen | 5 Kommentare »
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14. Juli 2008 at 20:47
So hat jeder seine Erlebnisse.
Aber ich kann dir nachfühlen, obwohl man bereits durchnässt ist versucht man immer noch mit den Schuhen nicht in eine Pfütze zu treten…. dabei spielt es ja meistens gar keine Rolle mehr. Und so landet “Mann” eben auf dem Hintern, ich hab mich auch schon so ähnlich hingelegt aber eher voll auf die Fre…
Du machst vielleicht Sachen
Gruss und gute Besserung, Hugo
16. Juli 2008 at 14:04
Na, da hast Du ja noch mal Glück im Unglück gehabt. Ein weggerutschter Fuss hätte ja auch schnell einen Muskelriß oder was ähnlich Fieses nach sich ziehen können.
Dagegen ist eine kleine Platzwunde am Kopf ja “Pipifax”.
Trotzdem gute Besserung und noch einen schönen Urlaub, wo auch immer Du bist.
Stefan
16. Juli 2008 at 20:47
Mein lieber Mann, da hast ja noch Glück gehabt. Vielleicht verträgst Du deinen Urlaub nicht
Ich wünsch dir noch ein paar, schöne und vor allem unfallfreie Tage.
Gruß Gerd
17. Juli 2008 at 20:31
Ich finde es immer krass, wie schnell man dann fällt, quasi ohne Möglichkeit noch irgendwie zu reagieren. Wie eine Bahnschranke halt.
Aber zum Glück ist das ja alles nochmal gut gegangen. Den Rest des Urlaubs jetzt aber bitte schön sturzfrei erholen, ok?
Schöne Grüße
Lars
19. Juli 2008 at 14:14
@stefan: Du hast Recht. Den Gedanken hatte ich auch. Glück im Unglück!
@gerd: Das wäre ja noch was, wenn ich nicht mal den Urlaub vertragen würde…
@localzero: War zum Glück das erste Mal – dafür umso heftiger…