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Hundeerziehung und Läufer
Von Chris | 6. Dezember 2008
So wie es verantwortungslose Hundebesitzer gibt, so tauchen auch verantwortungsvolle Läufer auf. Letztere springen dir bei Wettkämpfen Kurve schneidend vor die Füsse, spucken im Mittelfeld über die Köpfe hinweg ihren Schleim ins Grüne oder werfen dir den halben Getränkebecher vor die Füsse.
Immer wieder tauchen Beiträge in Blogs, Leserbriefen von Zeitschrifen oder auf Webseiten auf, welche die Hundebesitzer aufs Schlimmste beschimpfen und ihnen Intoleranz und schlechte Erziehung vorwerfen.
Ich denke, solche Leute gibt es wirklich. Jeder von uns ist beim Lauftraining, Spazieren oder Radfahren schon mal einem schlecht erzogenen Hund (und damit Hundebesitzer) begegnet. Mit Glück war es ein Playmobil-Hündchen, mit Pech ein halbes Kalb, welches einem “nur so zum Spielen” angesprungen hat.
Wenn es gut ging, hat sich der Hundeverantwortliche entschuldigt, wenn es schlechter ging sogar beschimpft.
Ich stelle fest, dass solche Begegnungen bei uns sehr selten sind. Viele Hundebesitzer nehmen ihre Verantwortung wahr, holen ihren Hund an die kurze Leine, pfeifen ihn zurück, werfen den Hunden was zum Apportieren in die Landschaft oder verlangen von ihm, sich schön neben das Herrchen zu sitzen.
Wir Läufer können sehr viel dazu beitragen, dass dieses Verhalten Früchte trägt. Eine freundliche Begrüssung und ein kurzes Dankeschön klopft jeder Seele auf die Schulter und fördert die positive Verstärkung.
Und wenn es dann wirklich mal schief geht, ist es immer das Beste, ruhig zu bleiben (falls man noch kann) und sachlich zu argumentieren. Beleidigungen und Ausrufen hat noch keinen Streit gelöst, höchstens etwas Frust abgebaut, welcher aber dann auch noch länger haften bleibt. Und mit grösster Wahrscheinlichkeit begegnen wir dieser Person und ihrem Hund ja wieder. Hoffentlich mit nachhaltigem Erfolg…
Läufer, welche eher Angst vor Hunden haben, kann ich raten, mal etwas über das Verhalten der Hunde in Erfahrung zu bringen. Viele Begegnungen würden gut ausgehen, wenn man weiss, wie man sich richtig verhalten soll und warum ein Hund so reagiert.
Falls du also das nächste Mal umgeworfen zwischen den Tatzen eines Hundes mit 40kg Leergewicht liegst, so lächle doch freundlich und hauche dem Hundebesitzer sachlich ein paar Begegnungs- und Hundeerziehungsregeln vor, bevor du dann endgültig in die nächste Ohnmacht tauchst…
- Weitere “Hunde”-Infos: Tierschutz Zürich
- Hundekosmos.de
Topics: Allgemein, Gesundheit, Lauftraining | 4 Kommentare »
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6. Dezember 2008 at 13:16
Das Thema Läufer und Hunde ist ja bereits in vielen Foren heiß diskutiert worden. Ich gebe Dir Recht, dass es auf beide Seiten ankommt um miteinander klar zukommen. Trotzdem ärgere ich mich, wenn man seinen Hund im Wald grundsätzlich nicht anleint. In vielen Bundesländern herrscht während der Brutzeit Anleinpflicht (meist ab 1. April) in Wald und Feld. Selbst der bravste Hund hat einen Jagdinstinkt und dieser ist von keinem Menschen zu kontrollieren. Auch wenn dieser dies meint.
Und es gibt so lange Leinen, womit die “Freiheit” des Hundes gewahrt wird ohne das jemand zu Schaden kommt.
7. Dezember 2008 at 15:08
@Gerd
Bei uns in der Schweiz gibt es solche Regeln auch. Im Stadtwald ist das sogar mit unübersehbaren Tafeln angeschrieben. Manchmal denke ich, warum gerade Hundehalter an Kurzsichtigkeit leiden…
8. Dezember 2008 at 10:54
Hallo, als Nichtläufer aber Hundehalter möchte ich den Beitrag von Chris loben. Wir lassen unsere Hunde auch frei laufen.Kommen andere Spaziergänger oder Jogger in die Nähe, nehmen wir sie zu uns, oder leinen sie an.
Der Grund ist simpel: Selbt wenn ich weiß, dass meine Hunde gut erzogen sind, gibt es immer einen Faktor Unberechenbarkeit. Außerdem steht es mir nicht zu, andere Menschen in Panik zu versetzen, denn viele Leute haben tatsächlich Angst vor Hunden, auch wenn sie nur bis zum Knie reichen.
Übrigens: Mal was anderes – als passionierte Reiter wundern wir uns auch manchmal über rücksichtslose Läufer, die sehr nah und in Gruppen oft laut den Pferden “auf die Pelle rücken”. Man kann als Reiter noch so versiert sein, wenn 500 KG zur Seite springen, kann man sie nicht in der Luft auffangen. Das ist eben der Unberechenbarkeitsfaktor bei Tieren, manchmal aber auch Menschen. Deshalb nochmals ein großes Lob für: Hallo, ich möchte vorbei, Danke! Und wahrscheinlich : Bis zum nächsten Mal.
Dann klappts auch in Wald und Flur!
8. Dezember 2008 at 11:13
Bei uns in der Allmend Zürich gibts richtige HundeSitter. Wie diese allerdings ihre 10 Hunde ohne Leine im Griff haben wollen, ist mir schleierhaft. Dass ein Herrchen seinen hund einigermassen führen kann (sind ja schliesslich immer noch Tiere mit Instinkten), aber HundeSitter kennen ihre 10 Hunde ja nicht so gut und dann lassen sie diese noch ‘unkontrolliert’ rumrennen.. Da ist mir z.t. schon etwas mulig zu mute, wenn eine Deutsche Dogge so allein auf einem zu rennt … aber ist bisher (zum Glück) noch nix passiert…