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Intervall-Poesie
Von Chris | 6. Mai 2009
den ganzen Tag weinte der Himmel
als ob Noah schon sein Schiff bereit gemacht hätte
mit zwei Giraffen, zwei Eseln, zwei Eulen und zwei Schweinen
hoffentlich ohne Grippe
warum heute laufen?
egal – braucht keinen Grund
die Laufschuhe packen und raus!
deine Beine fühlen sich an, als würdest du das erste Mal im Leben laufen
die Füsse sind schwer
der Asphalt dampft
die Gedanken im Spinnennetz des Alltags gefangen
du saugst die frisch gewaschene Luft ein
sie riecht nach nassem Holz
nach frisch geschnittenem Gras
nach Pferdeäpfeln
ein Sonnenstrahl bahnt sich durch die Wolkendecke
er ist wie du schon acht Minuten unterwegs
und trifft dich mit 300’000 Kilometern pro Sekunde voll ins Gesicht
der Laufrhythmus kommt
Herzschlag und Schrittfrequenz verschmelzen
die Gedanken bahnen sich einen Weg durch den vergangenen Tag
du erhöhst das Tempo
ein erstes schnelles Intervall
die Beine fliegen nur so über den Asphalt
deine Füsse stossen kraftvoll ab
als wärst du für die Erdrotation verantwortlich
das Kies unter deinen Laufschuhen knirscht
der nasse Sand schnalzt
der feuchte Waldboden seufzt
der Puls hämmert
du fühlst dich frei
frei wie ein Vogel
frei wie ein Läufer
zu Hause löst du zufrieden die Schnürsenkel
der Schweiss tropft
deine Haut dampft
jetzt weisst du
warum du
heute
unterwegs
warst
Topics: Allgemein, Laufpoesie, Lauftraining | 4 Kommentare »
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6. Mai 2009 at 17:16
Eine wunderschöne Abhandlung.
Leider nicht ausreichend um mir das Intervalltraining schmackhaft zu machen, sorry!
6. Mai 2009 at 20:51
Richtig schön geschrieben. Da verfällt man ganz in Trance …
6. Mai 2009 at 20:58
Sehr schön geschrieben, Chris!
Wirklich, sehr schön!
Und es ist auch schön, wieder Positives von dir zu lesen!
8. Mai 2009 at 09:42
toll – freue mich auf mein nächstes Intervalltraing. Nach dem diesjährigen Zürchermarathon habe ich das Gefühl, dass meine Beine schneller geworden sind.