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    Langer Lauf in den Bergen

    Von Chris | 17. Juli 2010

    Startpunkt Disentis / Acletta. Auf einem Feldweg starte ich den langen Lauf an diesem herrlichen Sommertag. Keine Wolke am Himmel. Ein kühles Lüftchen schiebt zwischendurch die warme Luft auf die Seite. Bereits nach wenigen hundert Metern steigt die Laufstrecke stark an, mein Puls auch. Unter meinen Laufschuhen knirschen die Kiesel, rechts und links neben mir rauschen kleine Bergbäche. Vier Wasserräder treiben mit ihren Schaufeln das Wasser Richtung Tal. Ein paar Esel suchen sich einen schattigen Platz auf der Weide.

    Durch die wenigen Häuser des Weilers Segnas gelange ich auf einen Fahrweg, welcher mit leichtem Auf und Ab Richtung Mompé Tujetsch führt. Dann folgt ein giftig steiler, sonniger Anstieg in den Weiler von Mompé. Dafür werde ich gleich in der Nähe der Kapelle mit frischem Quellwasser ab Brunnen versorgt. Nach der Erfrischung geht es über grasbewachsene oder kiesige Wanderwege weiter in Richtung Oberalppass.

    Die Züge des Glacier-Expresses höre ich schon lange, bevor ich sie sehe: Die Schienen fangen auf der kurvigen Strecke regelrecht an zu singen, wenn sich ein Zug nähert. Während ich draussen schwitze, sitzen die Reisenden in klimatisierten Wagen und lassen sich vom Kellner und der tollen Landschaft verwöhnen. Trotzdem möchte ich nicht tauschen und geniesse das Schwitzen auf dem abwechslungsreichen Wander- und Laufweg. Die Eindrücke der Landschaft lassen sich so intensiv erleben. Nach etwa einer Dreiviertelstunde erreiche ich die ersten Häuser von Sedrun. Im Schatten eines Brunnenhäuschens lasse ich mich etwas abkühlen und erfrische mich mit dem kühlen Bergwasser. Dann folge ich dem Weg noch ein kleines Stück auf ein Eisenbahnviadukt, von wo ich mich dann wieder auf den Weg zurück nach Disentis mache.

    Ein angenehmer kühler Gegenwind begleitet mich auf dem Rückweg. An der rechten Talflanke wächst Jungwald, nachdem der Sturm Vivian im Jahr 1990 einen grossen Teil des Waldgebietes fällte. Trotz der 20 Jahre sind die Narben noch gut zu erkennen. Der Anstieg nach Mompé empfinde ich auf dem Rückweg, mit einer Stunde Berglaufen in den Beinen, deutlich härter. Das Quellwasser an einem der vielen Dorfbrunnen schmeckt umso besser, auch wenn ich jetzt gerne etwas an einem Salzstein geleckt hätte. Den ganzen Weg bin ich ohne Energiezufuhr gelaufen. Einzig pures Wasser habe ich so alle 20 Minuten trinken können.
    Nach dem steilen, etwas rutschigen Kiesweg nach Segnas öffnet sich wieder das Tal mit dem markanten, an der linken Talseite klebenden Kloster Disentis. Die letzte Viertelstunde kämpfe ich gegen die Ermüdungserscheinungen. Es ist ja nicht nur ein langer Lauf mit einigen Kilometern, auch Höhenmeter habe ich tüchtig gesammelt und der unebene Untergrund fordert die Fussmuskulatur tüchtig heraus.
    Da freut sich das Läuferherz auf eine erfrischende Dusche und eine feine, salzige Suppe…

    Topics: Lauftraining | 3 Kommentare »

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    3 Kommentare zu “Langer Lauf in den Bergen”

    1. LocalZero meint:
      17. Juli 2010 at 23:11

      Ist ja eine traumhaft schöne Landschaft, durch die Du da gelaufen bist. Und trinkbares Brunnenwasser noch dazu, echt nicht schlecht :-)

      Viele Grüße
      Lars

    2. Chris meint:
      18. Juli 2010 at 12:45

      @LocalZero: Das ist das Schöne im Kanton Graubünden – überall Trinkwasser an steinigen Brunnen…

    3. Laufhannes meint:
      18. Juli 2010 at 14:14

      Starke Bilder, denn DAS sind echte Berge. Da kommt mir der Pfälzerwald doch gleich wieder flach vor.

    Kommentare

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