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Lauftraining und Wintermärchen
Von Chris | 31.Januar 2010
Auch gestern hat es die Voralpenlandschaft nochmals mit einer frischen zusätzlichen Schneedecke bezuckert. Die Temperaturen schwanken leicht über oder unter dem Nullpunkt.
Gut eingepackt starte ich zu einem gemütlichen Sonntagslauf im Schnee. Schon der erste Teil der Laufrunde ist mit etwas festgedrücktem Schnee bedeckt, aber mit meinen normalen Laufschuhen noch gut zu laufen. Mit gemütlichem Tempo rolle ich mich langsam ins Training ein. Die Füsse und Hände werden wärmer. Ein Zeichen, dass der Kreislauf ein paar Gänge hochgeschaltet hat und die aus der Verbrennung der Kohlenhydrate frei werdende Wärme bis in die entlegensten Körperteile pumpt.
Ich liebe die Musik des knirschenden Schnees und des knackenden Eises unter meinen Schuhen. Die Bäume sind schön überzuckert.
Nach dem ersten Einwärmkilometer offenbart sich nach einer Kurve unser Hausberg, der Säntis, welcher für unsere Verhältnisse hoch in den sonningen Winterhimmel ragt. Auf seiner rund 2500 Metern über dem Meer gelegenen Plattform werden sich bald wieder die Touristen tummeln und die Aussicht in die Alpen, über das Alpenvorland und den Bodensee geniessen.
Eine linsenförmige Wolke thront genau über dem Spitz des Säntis und entlockt mir den Gedanken, dass es sich um ein extraterristisches Raumschiff handeln müsste, welches Touristen auf den Aussichtsturm unserer Erde bringen würde.
Die etwas abseits gelegenen Wanderwege sind fest zugeschneit. Viele Wander- und Läuferschuhe haben ein etwa 30 bis 40 cm breites Wegband in den Schnee gepresst. Es ist recht griffig und auch in Steigungen gut zu laufen.
Die kühle Luft stömt durch die Nasenflügel ein und wärmt beim Ausatmen wieder. Im Nordwesten hängt eine Sträne Schneegestöber von Romanshorn über den Bodensee Richtung Lindau. Sonne und Schneefall sind sich, wie Schwester und Bruder, sehr nahe.
Zwischendurch habe ich Lust, auf griffigem Schneeuntergrund das Tempo etwas anzuziehen. Das tut gut. Die Beine fliegen, die Laufschuhe wirbeln Schnee auf und verschmelzen mit der weissen Pracht.
Nach einer Dreiviertelstunde verschwindet die Sonne und die Schneeflocken wirbeln beinahe waagrecht mit dem Wind um die Wette. Die kleinen Flöckchen kitzeln auf den Wangen.
Rechtzeitig bin ich wieder an der Wärme und geniesse die Dusche.
Etwa 9 km in 55 min.
Ach ja, noch was: Ich bin heute sehr vielen rücksichtsvollen Hundebesitzern begegnet. Das muss auch mal gesagt werden!
Topics: Laufpoesie, Lauftraining | 3 Kommentare »

31.Januar 2010 at 20:51
Wintermärchen? Es gibt sie also doch noch, diejenigen Läufer, die das Wetter genießen, wie es ist, statt es zu verfluchen. Wunderbar!
1.Februar 2010 at 00:18
Wintermärchen,stimmt schon..heute beim gemütlichen 100 min Lauf die zauberhafte Winterlandschaft bewundert,dazu das Knirschen des Schnees unter den Schuhen und Sonnenschein
1.Februar 2010 at 10:11
He Chris,
liest sich fast perfekt, allerdings wo hast Du die Sonne her? Bei uns hat es fast die ganze Zeit geschneit, zumindest war es bewölkt.
Pass auf Deine Knochen auf
Salut