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    LDL und Platzwunde

    Von Chris | 27. Juli 2008

    Das war ja wirklich nicht möglich. Das musste ein Traum sein, aus dem ich im nächsten Augenblick erwachen würde! :wallbash_tb: Das zweite Mal innerhalb zweier Wochen hat es mir beim Lauftraining den Boden unter den Füssen weggezogen. Vor zwei Wochen Flug nach hinten – heute Flug nach vorne.
    Der Aufschlag auf dem Boden war hart. Mit der linken Gesichtshälfte schlug ich auf die Betonrippen wie ein voll besoffener Vagabund und schon tropfte das Blut aus einer hässlichen Platzwunde über dem linken Auge. Brille deformiert, Knie verschlagen, Brillengläser verkrazt. Das kann nicht sein – das muss ein Traum sein. :help_tb:

    Es war aber keiner. Alles Zwicken half nichts! Etwa eine Dreiviertelstunde vorher startete ich kurz nach sechs Uhr zu einem gemütlichen langen Dauerlauf. Ich hatte soeben das Stadtzentrum durchquert und war mit lockerem Laufschritt stadtauswärts unterwegs. Ich passierte wie schon viele Male zuvor die Fussgängerpassage unter der St.Leonardsbrücke. Nach einer breiten Betonpassage gab es eine scharfe Ecke, wo der Weg leicht aufwärts unter Brücke wieder hervorführte. Diese Passage war wahrscheinlich wegen der Vereisungsgefahr im Winter mit einem Betonrippenbelag versehen.
    Dort rutschte ich wie auf Seifenwasser mit dem rechten Fuss weg und stürzte wie beschrieben auf die harten Beton-Rippen.
    Sonntag, 7 Uhr und weit und breit keine Passanten. Sofort machte ich mich fluchend auf den gleichen Weg zurück zur Innenstadt. Dort könnte ich einen Bus nach Hause nehmen. Statt Brotkrumen wie bei Hänsel und Gretel markierte ich den Rückweg mit meinen Bluttropfen. Ein freundlicher Chauffeur eines Postautos kramt aus der Erste-Hilfe-Box ein Tuch, mit dem ich die klaffende Wunde abdecken konnte. Er lässt mich sogar in die Busfahrergarderobe, damit ich meine blutverschmierte Visage und die Hände mal waschen konnte. Dann machte ich mich zu Fuss durch die Innenstadt zur Notaufnahme des Kantonsspitals auf.
    Um acht lag ich schon auf der Liege und die Kopfwunde wurde desinfiziert, von den vielen kleinen Steinchen befreit, genäht und verpflastert.
    Nun wird sich eine Piratennarbe über dem linken Auge einnisten. So erkennt man mich in Zukunft zweifelsfrei.
    Auf dem Weg zur Notaufnahme ging mir nicht aus dem Kopf, warum es genau mich jetzt zweimal nacheinander so unglücklich traf. Ich war vorsichtig und ruhig unterwegs. Ich machte kein Rennen – und trotzdem dieser Ausgang. In Gedanken schminkte ich mir den Halbmarathon in Uster vom September schon ab. Irgendwie muss ich diese zwei negativen Erlebnisse erst mal wegstecken. Laufen hat einen schalen Nebengeschmack bekommen. :ponder_tb:
    Nachdem ich vom Spital abgeholt wurde, wollte ich den Tatort nochmals unter die Lupe nehmen: Warum hat es mich an dieser Ecke so brutal verschmiert? Der Rippelbelag lag fast gänzlich unter der Brücke. Die Pflanzen haben wohl Wasser auf den rechten Rand geleitet. Dort gab es einen etwa 30 cm langen Streifen, der feucht war. Schmierig wie Seifenlauge. Vom Auge her mit dem trockenen nicht unterscheidbar. Ich muss wohl die Stadtverwaltung auf dieses Problem aufmerksam machen.
    Der Kopf brummt zwar nicht mehr so stark, dafür hat das Knie wohl auch zünftig was abbekommen, was ich erst heute Nachmittag merkte.
    Laufen kann die Gesundheit gefährden – wie wahr!

    Topics: Lauftraining, Laufverletzungen | 2 Kommentare »

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    2 Kommentare zu “LDL und Platzwunde”

    1. LocalZero meint:
      27. Juli 2008 at 22:31

      Weia, also momentan hast Du echt ne Pechsträhne! Erstmal gute Besserung!

      Und vielleicht ist es zumindest etwas tröstend, dass das noch schlimmer hätte ausgehen können. Nichtsdestotrotz einfach übel. :-(

      Den Halbmarathon läufst Du aber trotzdem, oder? Sind ja noch ein paar Wochen Zeit bis dahin…

      Viele Grüße
      Lars

    2. Gerd meint:
      28. Juli 2008 at 05:35

      So langsam muss man sich Sorgen um Dich machen. Wenn das so weiter geht kriegst DU noch den Beinamen “Bruchpilot” ;-)
      Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Besserung und das Du an deinem Halbmarathon wieder fit bist. Und so eine Narbe macht doch sexy. Du betreibst halt eine “gefährliche” Sportart.

      Gruß Gerd

    Kommentare

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