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Trainingsreize
Von Chris | 7. Februar 2009
Am Abend soll die Schlechtwetterfront auch die Ostschweiz erreichen. Dann muss ich am Nachmittag noch mal raus. Ein Longjog steht auf dem Programm. Ich laufe gemütlich los, mit dem Ziel, eine 9-km-Runde zu absolvieren.
Innerhalb kürzester Zeit verschmelze ich mit der Musik und mit dem Laufrhythmus. Im Westen hängt schon eine dunkle Wolkenwand. Ob wohl der Regen und Schnee früher als geplant eintreffen werde?
Es geht nach Kilometer drei tüchtig bergauf. Das erinnert mich in Gedanken an den Männedörfler Waldlauf, welcher in genau 5 Wochen stattfinden wird. Wenn ich daran teilnehmen kann, dann profitiere ich vom hügeligen Trainingsgelände vor der Haustür.
Der Entscheid ist schnell gefallen, die 9-km-Runde auszubauen und zu einem Longjog werden zu lassen. Nach der ersten Zusatzschlaufe auf noch teilweise vereisten Waldwegen hänge ich eine zweite an. Es läuft gut. Das Laufen motiviert. Trotzdem verspüre ich nach der zweiten Zusatzschlaufe Müdigkeit in den Beinen. Soll ich wirklich noch eine dritte Schlaufe anhängen?
Ich muss. Wenn die Beine Müdigkeit melden, dann braucht es einen neuen Trainingsreiz. Ich laufe die dritte Runde und es geht gut. Das wichtige beim Lauftraining ist, den Ermüdungszustand möglichst weit hinauszuschieben, aber auch die Trainingsreize richtig zu setzen.
Wer müde wird und dann den Trainingslauf beendet, verpasst vielleicht ein wichtiger Trainingsreiz. Dieser wird dann gesetzt, wenn der Körper über seine “normale” Leistungsfähigkeit hinüber gebracht wird. Dann erfolgt in der Ruhepause eine Anpassung des Herz-Kreislaufsystems, etwas langsamer des Muskelsystems an die neuen Reize – und du wirst leistungsfähiger.
Nach den wirklich ermüdenden, zügig gelaufenen ersten langen Läufen mit dem Vicsystem war ich jedes Mal nach dem Training wirklich müde und früh im Bett. Der Erfolg liess aber nicht lange auf sich warten: Die Grundschnelligkeit stieg deutlich an und ich konnte plötzlich ohne Kohlenhydratzufuhr auch Zwei-Stunden-Läufe absolvieren.
Nach der dritten Schlaufe musste ich etwas auf die Zähne beissen, bis ich zuhause war. Und die Müdigkeit kam auch deftig. Aber die Aussicht auf eine Leistungssteigerung braucht ein paar Opfer…
17.5 km in 1:42:00, ca. 5:50 / km
Topics: Lauftraining, Vicsystem | 4 Kommentare »
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8. Februar 2009 at 10:07
Ein schöner Artikel, wie du davon schreibst, das Training aus dem richtigen Blickwinkel zu sehen und sich hin und wieder durchzukämpfen.
8. Februar 2009 at 10:24
Manchmal muss man auch ein bisschen Beissen.
Wenn es nicht zu oft vorkommt dann ist es leistungsfördernd und vor allem sehr gut für den Kopf!
8. Februar 2009 at 19:59
Respekt ! Da ich meist eher versuche zu geniessen, fehlt mir häufig der Biss auch über die eigenen Grenzen hinaus etwas zu tun. Muss mich vielleicht mal mit der Theorie beschäftigen.
Salut
9. Februar 2009 at 20:04
Das ist es…. Ein Ziel vor Augen und das Training mit deinen Gedanken absolvieren, das bringt jeden Läufer und Läuferin weiter.